Von Gaming und Kultur

Christian Schiffer nimmt uns mit auf eine Reise. Eine Reise durch eine Jahrzehnte lange und immer noch andauernde Killerspieldebatte.

Als ich die pixeligen 2D-Welten sehe und höre, welche Debatten schon damals darüber geführt wurden, erzielt Christian Schiffer genau die Wirkung bei mir, die er wohl erzielen will: Die Debatte über “Killerspiele” – damals noch “Ballerspiele” – wirkt lächerlich, undifferenziert und aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Aber ist die Debatte damit wirklich gestorben?

Auch der Gamer Verein – Regensburg wird und wurde damit konfrontiert. Hinsichtlich des Amoklaufs im Sommer 2016 in München sahen wir uns in der Pflicht, ein Statement zur Killerspiel-Debatte zu veröffentlichen. Aussagen wie von Thomas de Maizière, dass kein vernünftiger Mensch bestreiten könne, Gewalt verherrlichende Spiele hätten negative Auswirkungen auf junge Menschen, feuern den Streit immer wieder an. Dass der Amokläufer zusätzlich unter Depressionen und sozialen Phobien litt, wird in der Gesellschaft scheinbar kaum wahrgenommen. Es ist zu leicht, Videospiele für die Tat verantwortlich zu machen.

Wäre das ein gängiger Beitrag zum Thema Killerspiele, würde man nun erwarten, dass die Conclusio darin besteht, alle Gamer als potentiell gewalttätig abzustempeln. Aber nein. Die Dokumentation schafft es auf beeindruckende Weise, auch dem Nicht-Gamer zu zeigen, dass Gaming mehr ist: mit Walking-Simulatoren Landschaften entdecken, Antikriegsspiele, die zum Denken anregen sollen, oder das Erkunden luzider Traumwelten mithilfe einer VR-Brille. Das alles ist Gaming.

Vielleicht ist die Killerspieldebatte nicht mehr die Debatte unserer Generation, auch wenn wir uns immer wieder damit konfrontiert sehen werden. Vielleicht ist unsere Debatte, die Möglichkeiten und Chancen von Gaming aufzuzeigen. Aufzuzeigen, dass Gamer nicht alle in eine Schublade gesteckt werden können, und manchen Menschen die Berührungsängste mit dem relativ jungen Medium zu nehmen, das sollte unsere Aufgabe sein. Wir wollen den Menschen zeigen, dass Gaming auch ein Miteinander bedeutet:

Zusammen spielen. Empathie fördern. Gemeinsam Ziele erreichen.

Dokumentationen:

Killerspiele: Der Streit beginnt:

Killerspiele: Der Streit eskaliert

Killerspiele: Virtual-Reality-Streit

Weitere interessante Links rund um die Doku:

Facebookkommentare zur Dokumentation

Fragen an den Macher der Dokumentation

Computerspielmuseum Berlin

Museum Retro Games Karlsruhe

Zentrum für Kultur und Medien Karlsruhe

ehemaliger Blog zur Debatte

Text: SnoWhite | Sabrina

Egoshooter-Debatte

Aufgrund aktueller Anlässe ist die Gewalt-und-Medien-Debatte wieder entbrannt. Hierbei sollte man beachten, dass nicht von einem einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ausgegangen werden kann und die Gesamtbevölkerung mit Ausnahme einiger Risikogruppen wenig gefährdet ist.* Der Gamer Verein ─ Regensburg distanziert sich ausdrücklich von jeder Art realer Gewaltanwendung. Gegenseitiger Respekt und Toleranz sind wichtige Prinzipien des Vereins, daher verfolgt der Vorstand eine Nulltoleranzpolitik bei physischer Gewalt oder Mobbing. Weiterhin möchten wir dem Klischee, dass Gamer Egoshooter spielende Einzelgänger sind, entgegenwirken. Durch gemeinschaftliche Ausübung von Computer-, Konsolen- und Freizeitspielen, welche Grundwerte wie Gruppengefühl, Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein, Fairness etc. vermitteln, soll die Gemeinschaft unter Gamern gestärkt werden. Der Gemeinschaftsaspekt wird durch vielfältigste Veranstaltungen gefördert. Neben dem Spielen von elektronischen Games gehen wir ins Kino oder in Billiardbars, treffen uns zum gemeinsamen Grillen und zu Spieleabenden mit diversen Brett- und Kartenspielen. Mitglieder mit privaten Problemen können jederzeit mit der Unterstützung vom Gamer Verein ─ Regensburg rechnen. Der Vorstand gedenkt den Opfern der Anschläge der letzten Tage und ist in Gedanken bei den Angehörigen.

Text: SnoWhite | Sabrina