Warum 2016 gar nicht so schlecht war…

Jahresende und überall auf Facebook blinken mir Beiträge entgegen à la

“Heute feiern wir nicht, dass ein neues Jahr anfängt, sondern dass dieses Jahr endlich aufhört. #scheiß 2016”

oder

“2017 kann ruhig kommen, 2016 hat mich abgehärtet!”

Wo ist euer Optimismus? Wo eure Lebensfreude? Gleich geht’s los. Wir treffen Familie und Freunde, um gemeinsam einen tollen Abend zu verbringen. Um gemeinsam zu feiern. Um gemeinsam zu schlemmen. Um gemeinsam Spaß zu haben. Um gemeinsam zu sein.

Genau das ist es, was uns 2016 gebracht hat: Gemeinsamkeit. Der Gamer Verein – Regensburg hat so viele Menschen zusammengebracht, die vor einem Jahr noch nicht mal vom anderen wussten und heute stehen wir lachend nebeneinander und stoßen gemeinsam auf das neue Jahr an. Aus einem ich und du wurde ein wir.

Als ich den Artikel in der MZ gelesen habe und beschloss, auf eines der Treffen zu gehen, war ich zugegeben doch etwas aufgeregt. Wer oder was würde mich erwarten? – Du hast mich erwartet und mit offenen Armen empfangen.

Eine meiner ersten schönsten Erinnerungen mit uns ist das Grillen auf der Jahninsel im Mai oder die kurz darauf folgende Maidult. Wenn ich heute die Bilder durchstöbere, sehe ich nur in lachende Gesichter:

Und so ist es auch heute zum Jahresabschluss. Inzwischen kennen wir uns gut. Gemeinsam haben wir für unsere Ziele gekämpft. Wir haben zusammen gespielt. Wir haben zusammen gelacht. Wir haben uns gegenseitig angefeuert. Wir sind uns bei Rückschlägen beigestanden.  Wir haben den PokemonGo-Hype gemeinsam gelebt. Wir haben gemeinsam Events wie die Retro Game Night auf die Beine gestellt. Wir haben uns wie kleine Kinder über unser erstes Sponsoring gefreut. Wir haben einen Traum und gemeinsam kommen wir diesem immer näher. Wir haben uns persönlich weiterentwickelt, haben gelernt, Dinge eigenständig anzupacken und gelernt uns zu lieben.

Wenn ich in eure Gesichter blicke, muss ich lächeln. Mit jedem von euch verbinde ich eine Geschichte. Unsere Geschichte. Timo, der mich beim ersten Treffen ziemlich zugetextet hat (und es heute noch tut). Dafür liebe ich ihn. Dardan, der mit seinem besonderen Gang auf einen zukommt. Dafür liebe ich ihn. Karin, unsere liebevolle und engagierte GrafiKarin, die für jeden ein offenes Ohr hat. Dafür liebe ich sie. Jule, die ihre Haare schwungvoll nach hinten wirft, wenn sie mal wieder eines ihrer berühmten Selfies macht. Dafür liebe ich sie. Joshi, der immer einen fiesen Spruch auf den Lippen hat und dennoch einer der Ersten ist, wenn es um’s Helfen geht. Dafür liebe ich ihn. Manu mit seinem liebenswerten Grinsen, den ich inzwischen sogar umarmen darf. Dafür liebe ich ihn. Manu2, den man oftmals als Cosplayer antrifft. Dafür liebe ich ihn. An alle, die ich aus Platzgründen nicht aufzählen kann: Ich liebe euch alle. Und zu jedem von euch habe ich den Moment im Kopf, als ich euch kennengelernt habe. Das waren meine Momente 2016. Unsere Momente 2016 und das solltet ihr nicht vergessen, wenn ihr auf 2016 zurückblickt! 2016 war geprägt von wundervollen Menschen! Auf uns! Auf das neue Jahr!


Text: SnoWhite | Sabrina

Von Gaming und Kultur

Christian Schiffer nimmt uns mit auf eine Reise. Eine Reise durch eine Jahrzehnte lange und immer noch andauernde Killerspieldebatte.

Als ich die pixeligen 2D-Welten sehe und höre, welche Debatten schon damals darüber geführt wurden, erzielt Christian Schiffer genau die Wirkung bei mir, die er wohl erzielen will: Die Debatte über “Killerspiele” – damals noch “Ballerspiele” – wirkt lächerlich, undifferenziert und aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Aber ist die Debatte damit wirklich gestorben?

Auch der Gamer Verein – Regensburg wird und wurde damit konfrontiert. Hinsichtlich des Amoklaufs im Sommer 2016 in München sahen wir uns in der Pflicht, ein Statement zur Killerspiel-Debatte zu veröffentlichen. Aussagen wie von Thomas de Maizière, dass kein vernünftiger Mensch bestreiten könne, Gewalt verherrlichende Spiele hätten negative Auswirkungen auf junge Menschen, feuern den Streit immer wieder an. Dass der Amokläufer zusätzlich unter Depressionen und sozialen Phobien litt, wird in der Gesellschaft scheinbar kaum wahrgenommen. Es ist zu leicht, Videospiele für die Tat verantwortlich zu machen.

Wäre das ein gängiger Beitrag zum Thema Killerspiele, würde man nun erwarten, dass die Conclusio darin besteht, alle Gamer als potentiell gewalttätig abzustempeln. Aber nein. Die Dokumentation schafft es auf beeindruckende Weise, auch dem Nicht-Gamer zu zeigen, dass Gaming mehr ist: mit Walking-Simulatoren Landschaften entdecken, Antikriegsspiele, die zum Denken anregen sollen, oder das Erkunden luzider Traumwelten mithilfe einer VR-Brille. Das alles ist Gaming.

Vielleicht ist die Killerspieldebatte nicht mehr die Debatte unserer Generation, auch wenn wir uns immer wieder damit konfrontiert sehen werden. Vielleicht ist unsere Debatte, die Möglichkeiten und Chancen von Gaming aufzuzeigen. Aufzuzeigen, dass Gamer nicht alle in eine Schublade gesteckt werden können, und manchen Menschen die Berührungsängste mit dem relativ jungen Medium zu nehmen, das sollte unsere Aufgabe sein. Wir wollen den Menschen zeigen, dass Gaming auch ein Miteinander bedeutet:

Zusammen spielen. Empathie fördern. Gemeinsam Ziele erreichen.

Dokumentationen:

Killerspiele: Der Streit beginnt:

Killerspiele: Der Streit eskaliert

Killerspiele: Virtual-Reality-Streit

Weitere interessante Links rund um die Doku:

Facebookkommentare zur Dokumentation

Fragen an den Macher der Dokumentation

Computerspielmuseum Berlin

Museum Retro Games Karlsruhe

Zentrum für Kultur und Medien Karlsruhe

ehemaliger Blog zur Debatte

Text: SnoWhite | Sabrina

Ein Stück Nostalgie

Neben mir dampft mein Tee und der Regen prasselt an das Fenster, als an diesem Herbsttag unser Video zur Retro Game Night online geht. Erst gestern war ich mit dem GVR auf den Messen Spielwiesn und Forscha in München. Es ist faszinierend mit welcher Technik die Kinder heutzutage groß werden: VR-Brillen als Spielzeug, kleine Roboter uvm. kann man auf der Forscha finden. Jetzt das Video der Retro Game Night zu sehen, lässt mich nostalgisch werden. Lässt mich zurück denken an andere Zeiten. Keine besseren Zeiten, aber andere Zeiten.

In Gedanken hole ich meinen Bananenkarton vom Dachboden hervor wie es Jasper in einem seiner neueren Lieder beschreibt. Auch in meinem Bananenkarton finden sich CenterShocks und ChupaChups wieder. Inline Skates, Britney Spears und natürlich viele, viele Spiele. Wie Jasper habe ich im virtuellen Moor manch Huhn erschossen, habe mit dem Gameboy im Stau gestanden – Edition Rot und Blau – und die Formel der 90er “Snakerekord = Zeit + Ruhe” ist mir noch wohlbekannt.

In meinen Gedanken schließt sich der Bananenkarton und ich öffne meinen ersten Chatbrowser. Nach einer Kindheit voll mit GameBoy und DER Playstation war es irgendwann so weit: Mit 16 Jahren bekam ich meinen ersten Computer. Sofort tauchte ich ein in die Welt von HDGDL, GG und :-* Eine Welt mit 64.000 Studi-VZ-Freunden. Neben SocialMedia machte ich aber noch eine Entdeckung: Mein erstes Browsergame. Fasziniert baute ich mein Dörfchen auf, eroberte andere und schloss mich einem Stamm an. Damals als man zum Dörfchen bauen noch an den Computer musste und nicht einfach das Smartphone zückte … 😉

Und warum ich die ganze Zeit Jasper zitiere? Weil er meine erste wirkliche Entdeckung auf Youtube war. Kein Twitch, keine berühmten Let’s-Player, keine Streams – – – Und kein Gamer Verein.

In den letzten Jahren hat sich vieles verändert. Obwohl unsere Kindheit möglicherweise nicht so stark von Technik geprägt war wie die der heutigen Kinder, sind wir nun die Generation, die die ersten Schritte im eSport geht. Die Generation, in der ein Gamer Verein entstehen kann. Genau wie die Forscha und Spielwiesn vereinen wir Neues und Altes. Wir bringen analoges und virtuelles Gaming zusammen. Wir wollen Retro. Wir wollen Innovation. Wir wollen – trotz aller Nostalgie – eine Revolution. Einen Aufbruch ins Zeitalter des Gamings!

CYA

P. S: Wie sah eure Kindheit aus? Welche Technik hat euch geprägt? Mit welchen Spielen habt ihr die ersten Schritte in der Welt des Gamings gemacht?

Text: SnoWhite | Sabrina